ctp 5.2 Wie wir Krankheit und Stadt hören

ctp 5.2

Wie wir Krankheit und Stadt hören

Listening to the City as a Form of Writing

Julián Galay
Julián Galay · © Ana Iramain

In ctp 5.2 „Wie wir Krankheit und Stadt hören“ präsentieren wir das webbasierte Projekt „Listening to the City as a Form of Writing“ des Klangkünstlers Julián Galay, das er zusammen mit dem Programmierer Federico Isasti für ctp entwickelt hat.

Es ist eine interaktive Seite, die Besucher:innen auffordert, ein Video von einem beliebigen Stadtspaziergang mit dem Smartphone zu drehen und das Videomaterial über die Seite hochzuladen.

Wenig später erscheint es wieder auf der Webseite – und die mit dem Bildmaterial zugleich aufgenommenen Geräusche werden durch einen von Julián eingefügten Text eingeordnet in ein Nachdenken über den „sound of the city“: listeningtothecity

Gespräch Julián Galay und Christoph M. Gosepath

Christoph: Wie kamst Du auf die Idee zu dem Projekt „Listening to the city“?

Julián: Die erste Version der Arbeit wurde von Satellit in Auftrag gegeben, einem Ort, der als Satellit des Hauses der Statistik fungiert und einen kritischen Ansatz zu Stadt und Architektur verfolgt.

Stadtplan
Stadtplan mit eingezeichneter Route des Audio-Spaziergangs · © Angeles Rojas

Sie schlugen mir vor, einen „Soundwalk“ zu machen, was inzwischen fast schon ein eigenes Genre ist. Spaziergänge in Stille, mit Schwerpunkt auf Zuhören.

Gleichzeitig dachte ich darüber nach, wie ich diesem Format eine eigene Wendung geben könnte: wie ich einen „Vortrag“ halten würde, ohne dass der Klang meiner Stimme die Geräusche der Stadt überlagert.

So entstand die Idee für diese erste Version, bei der wir zuerst als Gruppe den Spaziergang machten und dann unmittelbar danach den Film darüber sahen und hörten.

Christoph: Zunächst möchte ich sagen, wie dankbar ich bin, dass ich an diesem warmen, sonnigen Juninachmittag zu dem Soundwalk eingeladen wurde.

Audiowalk
Spaziergänger von hinten bei Audiowalk · © Valeria Fahrenkrog

ctp interessiert sich sehr für Geräuschphänomene in der Stadt: Lärm, Brise, Gesprächsfetzen, Stimmen von Menschen und Vögeln.

Wir betrachten diese unter dem Aspekt, inwieweit wir von den Geräuschen der Stadt gestresst oder sogar krank werden: Welche Geräusche sind „gut“, welche „schlecht“?

Aber erst später erfuhr ich, dass dies tatsächlich der Spaziergang war, den wir gemacht hatten – und dass die Kommentierung von dir innerhalb weniger Minuten entstand.

Julián Galay
Julián Galay · © Ana Iramain

Julián: Ich war überrascht zu sehen, wie diese erste Wirkung funktionierte.

Mich interessiert besonders der Übergang zwischen echter Erfahrung und ihrer Darstellung – und die Möglichkeit, den Klang einer Erfahrung erneut zu hören, wie beim Wiederlesen eines Buches.

Später batest du mich, nach einer Möglichkeit zu suchen, das Projekt in ein webbasiertes interaktives Projekt umzuwandeln.

Mich faszinieren Archive, Atlanten und Sammlungen allgemein. Gespräche mit Freund:innen wurden zusammen mit Spaziergängen ein grundlegender Teil meines Arbeitsprozesses.

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Förderung

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