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Es wird ein Plattencover gezeigt mit der Aufschrift "News"
Im Jahr 1996 inszenierte C. M. Gosepath in Zusammenarbeit mit Daniel Ganz und Chris Salter „The Cure“ („Die Heilung“) von Richard Foreman im Auftrag der „Studiobühne an der FU“, Berlin. Die Aufführung fand in der Privatwohnung des Regisseurs statt. Während eines Aufenthaltes in New York war durch die Vermittlung von Robert Wilson ein persönlicher Kontakt entstanden, der zu der Arbeit inspiriert hatte. Richard Foreman war ein beeindruckender Künstler der New Yorker Avantgarde…
Eine Produktion der Studiobühne an der FU, Berlin

Richard Foreman: „Die Erfahrung, die ich herstellen möchte: der Genuss der vielfachen Spannungen in jedem einzelnen Moment des Stückes, die Wahrnehmung, wie dieser Moment vielfacher Spannung vom nächsten ursupiert wird, und dem nächsten und dem nächsten; ein Hin- und Her-Geworfensein durch die kinetischen Sensationen, die sich aus dieser raschen Abfolge der komponierten Momente ergeben.“ (zitiert nach Ekkehard Knörer, „Eine Einheit aus ständigen Brüchen“, Theater Heute, Jan. 2026)

 

„Zu den Eigenarten der Inszenierungen gehörte der wiederkehrende fixierende Blick auf einzelne Besucher im Publikum. Es waren nicht viele da, aber von den Wenigen gingen viele und kamen nie wieder.“ (Ekkehard Knörer, „Eine Einheit aus ständigen Brüchen“, Theater Heute, Jan. 2026). „Eine Erfahrung, die auch wir gemacht haben. Bei einer unserer Vorstellungen drehte sich im Publikum eine bekannte Schauspielerin aus dem Ensemble der Schaubühne peinlich berührt zur Wand…“ (aus einem Gespräch mit C. M. Gosepath).

 

Für weitere Informationen: https://writing.upenn.edu/pennsound/x/Foreman.php

Was war die Theater-Avandgarde in New York in den 70ern?

Übersicht mit KI

Die Theater-Avantgarde in New York der 1970er Jahre war eine radikale, experimentelle Kunstbewegung, die im Kontext des sogenannten Off-Off-Broadway und der Downtown-Szene (Lower Manhattan/SoHo) entstand. Sie verstand sich als Gegenentwurf zum kommerziellen Broadway und zum konventionellen Sprechtheater, indem sie Formen, Inhalte und den Ort der Aufführung grundlegend infrage stellte.

 

Kernmerkmale und Ansätze:

 

  • „Theater of Images“ (Bildertheater): Anstelle von psychologischem Realismus und narrativer Struktur trat oft eine visuelle, rituelle Ästhetik, die Bilder in den Vordergrund stellte.
  • Performance Art & Hybride Formen: Die Grenzen zwischen Theater, Tanz, bildender Kunst, Video und Musik verschwammen.
  • Do-it-yourself (DIY) Ästhetik: Aufführungen fanden in Cafés, Lofts, Kirchen oder Galerien statt. Bühnenbilder wurden oft aus gefundenen Materialien (Trash) zusammengebaut.
  • Kollektivarbeit: Viele Gruppen arbeiteten demokratisch und experimentierten mit kollektiven Schaffensprozessen.
  • Inhaltliche Radikalität: Themen waren oft politisch, gesellschaftskritisch, avantgardistisch oder LGBTQ-bezogen. 

Wichtige Protagonisten und Ensembles:

 

  • Richard Foreman: Bekannt für sein Ontological-Hysteric Theater, das surreale, technisch präzise und visuell überladene Stücke produzierte.
  • Robert Wilson: Pionier des Bildertheaters, der extrem verlangsamte, visuell überwältigende Inszenierungen schuf.
  • Charles Ludlam: Gründer des Ridiculous Theatrical Company, die Camp, Trash und klassische Literatur parodierte.
  • La MaMa E.T.C. (Experimental Theatre Club): Von Ellen Stewart gegründet, ein zentraler Umschlagplatz für internationale und lokale Avantgarde.
  • The Performance Group (unter Richard Schechner): Berühmt für raumgreifende Inszenierungen (z.B. Dionysus in 69).
  • Mabou Mines: Ein Kollektiv, das für seine experimentellen Beckett-Inszenierungen bekannt wurde.
  • Caffe Cino: Ein Kaffeehaus in der Cornelia Street, das als Wiege des Off-Off-Broadway gilt. 

Die Avantgarde der 70er Jahre war eine Reaktion auf die gesellschaftlichen Umbrüche, den Vietnamkrieg und die Suche nach spiritueller Befreiung, was zu einer „Einheit aus ständigen Brüchen“ im Theater führte. 

Club Tipping Point veranstaltet Ausstellungen, Vortragsveranstaltungen und Performances, aber auch informelle Begegnungen und Austauschforen, etwa im Sinne von Workshops.

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