ctp 4.1 imnotok-areyouok

szenische Lesung | Do 14. Dezember 2017 | 20.00 – 21.30h |
im Rahmen von ctp 4.0 tryin’ africa – as an unfinished play

von/mit Robert Schmidt und Christoph M. Gosepath
Video/Sounds: Silvia Witte
special appearance: Ibrahim Kingteh
Lesung mit anschließender Diskussion


Foto: R. Schmidt/C. M. Gosepath

Kasse/Bar ab 19:30 | 5/3,50 Euro
Reservierungen: karten@viertewelt.de oder Tel. 01578-8440941
VIERTE WELT | Kottbusser Tor Im Zentrum Kreuzberg | Galerie 1. OG, Zugang über Außentreppe Adalbertstraße 96 | 10999 Berlin | www.viertewelt.de
Wir bitten Rollstuhlfahrer ihren Besuch einen Tag vor der Veranstaltung mit einer Email anzumelden: karten@viertewelt.de


ctp 4.1 imnotok – areyouok ist der Auftakt zum Projekt ctp 4.0 tryin‘ africa as an unfinished play – eine theatrale Beschäftigung mit der Frage nach den Ursachen und den Behandlungsmöglichkeiten von psychischen Krankheiten im interkulturellen Vergleich zwischen Afrika und Europa.
->siehe auch unseren Blog zu ctp 4.0 und Momentaufnahmen der letzten Lesung weiter unten

Notaufnahme einer Berliner Klinik, Nacht.

Ein Mann liegt auf dem Boden. Er ist wach. Neben ihm: eine Tüte mit grauem Mehlstaub. Wartende geben an, der Mann habe einen Löffel von dem Mehl gegessen. Eine Frau habe ihn begleitet, sie sei jedoch verschwunden. Der Arzt spricht den Mann an, er antwortet nicht.

Ein Mann und ein Mann sitzen sich gegenüber. Sie stellen sich Fragen. Über ein fremdes Land – über fremde Standards, gemeinsame Herkunft und Geschichte und über Menschen, die sagen: I‘m Not Ok!

Fotos, Videos und Audioaufnahmen werden gesichtet und ausgewertet. Ein Materialberg wird abgetragen und in seine Einzelteile zerlegt. Es wird neu dokumentiert und beschrieben, überschrieben und übersetzt. Eine Reise, die nach Tansania führt, ins frühere Deutsch Ostafrika – in die Olduvai-Schlucht zur Wiege der Menschheit, nach Bagamoyo in die ehemalige deutsche Hauptstadt, nach Lutindi in ein psychiatrisches Krankenhaus, in dem grüne Pullover der deutschen Polizei getragen werden. Orte wechseln wie Zeiten – das Heute, das Damals, deutsche Kolonialgeschichte – deutsche Ärzte, deutsche Missionare, deutsche Kaufleute und Soldaten. Eine Geschichte der Ausbeutung. Der Körper als Missionsgebiet. Und auch die Seele?

Vor dem Hintergrund persönlicher psychiatrischer Lehrtätigkeit in Tansania und der theatralischen Beschäftigung mit dem Diskurs des Postkolonialismus unternahmen Schmidt und Gosepath im letzten Jahr eine Reise nach Tansania, um den dortigen traditionellen Umgang mit seelischen Erkrankungen jenseits westlicher Diagnose- und Therapieschemata kennenzulernen. Die Erkenntnisse zeigen: die Frontlinie hat sich geändert – die Menschen in Europa und Afrika haben gemeinsame Probleme…


Szenische Lesung am 28.6.2017 in Vierte Welt, Berlin von/mit Robert Schmidt, Christoph M. Gosepath und Silvia Witte (Video/Sounds).
Special appearance: Ibrahim Kingteh.

Momentaufnahmen:

2 thoughts on “ctp 4.1 imnotok-areyouok

  1. Afrika an diesem Abend hat sich mir als beunruhigend dargestellt. Dieses Land ist (nicht nur) in der Heilung von psychisch kranken Menschen in seinen Ursprüngen verhaftet und der Moderne ausgeliefert. Das Beobachten der Situation in einer Psychiatrie in Tansania ist ein schwieriges Unterfangen.
    Ich bin gespannt und neugierig auf die Fortsetzung diese Abends.

  2. Liebe Damen und Herren,

    ich will mich für die szenische Lesung bedanken wie für ein Geschenk,
    das ich nicht erwartet habe.
    Es war ein Erlebnis, auf eine Reise zu einer psychiatrischen Klinik
    in den Bergen Tansanias mitgenommen zu werden.
    Unmittelbar berührte mich das Schweigen des afrikanischen Patienten
    auf die standardisierten Fragen zur Aufnahme in die Klinik.

    In der Art und Weise der Darstellung wurde mir eine Anteilnahme ermöglicht,
    die in mir viele Fragen zur Entstehung und Heilung von seelischen Erkrankungen
    hervorrief.
    Das Gute an dem Stück war, daß es keine Antworten die zur Heilung führen gab,
    sondern der Raum sich öffnete für neue Fragen, die zusammen mit dem afrikanischen
    Patienten gefunden werden müssen.

    Allen, denen ich von dieser Aufführung erzählte, frugen mich, ob und wann diese
    Lesung wiederholt würde.

    Alles Gute!

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